Die Chemnitzer Linuxtage waren an diesem Wochenende, und ich konnte nicht dabei sein. Das Programm sah sehr vielversprechend aus. Ich hätte neben richtig guten Vorträgen auch wieder viele interessante Leute treffen und am Gentoo-Stand ein paar Ideen austauschen können. Vor allem hätte ich Lust gehabt auf einen (fast) direkten Vergleich des "Klimas" unter den grassroots mit dem des Open Source Meets Business Kongresses im Februar in Nürnberg. So viele Schlipsträger die sich mit dem Thema Open Source beschäftigen wie dort habe ich nämlich noch nirgendwo gesehen.
Das verrückte und vielleicht in diesem Ausmaß auch unerwartete war, dass Open Source im Business schon lange keine Thema mehr ist, sondern schlicht Realität. Selbst in Banken wird auf Open Source Software gesetzt. Besonders faszinierend fand ich den Bericht von Francis Pouatcha von der Noris Bank, der uns eine JBoss-basierte Plattform vorstellte, über die die gesamte Prozess- und Kreditverwaltung abgewickelt wird, also nicht gerade wenige Millionen (ich meine Milliarden) Euro...
Nun habe ich doch nicht nach Chemnitz fahren können, da ich in drei Tagen die nächste Prüfung habe. Es ist immer irgendwie schwierig für eine Prüfung zu lernen deren Stoff man nicht bei dem Professor gehört hat, der sie letztendlich prüfen soll. Ich bin jedoch froh in dem Chaos an der Uni überhaupt eine Prüfer gefunden zu haben...
Mit Aussicht auf das baldige Ende mehren sich die gedanklichen Ausflüge in mein zukünftiges Arbeitsleben. So groß ist die Auswahl an optimalen Arbeitgebern in Leipzig ja nicht, und wer weiß, wohin es uns dann verschlägt.