Ich bin wieder aus Korsika zurück, schon seit fünf Tagen. Die Wanderung über den GR 20 war großartig! Wir sind in den 13! Tagen ca. 180 km gelaufen und haben dabei jeweils über 10.000 Höhenmeter nach oben und unten überwunden. Wir hatten perfektes Wetter und es gab keine nennenswerten Verletzungen.
Doch leider hat mich der Alltag so schnell wieder eingeholt, dass eine Nachbereitung noch warten muss. Viel zu tun auf Arbeit, die Wochenenden sind schon wieder gut verplant und auf Autosuche sind wir ja auch noch. Bilder gibt es also erst später. Zuerst braucht mein Laptop eine größere Festplatte damit die ganzen geschossenen RAW-Bilder draufpassen und entwickelt werden können.
Vielen Dank an Phil und Christine für die Unterbringung, das leckere Essen und die Entsorgung unserer Gaskartusche!
Viele Grüße and Simone und Kristina - es waren wunderschöne gemeinsame Tage mit Euch, ich hoffe Ihr übersteht die GR 20 Nordetappen gut - sowie an Florian und Svetlana - Ihr seid recht herzlich nach Leipzig eingeladen (nicht nur zum Fachsimpeln über Fotografie).
juhuu tobias und andre (du leitest das dann einfach mal an andre weiter, tobias, gelle?!),
ist folgendes passiert:
) dann waren wir bereits um halb zehn oder halb elf (weiß ich nicht mehr) am abstieg nach haut-asco und da trafen wir eben auf besagte familie. eben die mit dem konditionell gelangweilten sohn. sie redeten was von der alten gr 20 route, man könne den abstieg umgehen und zur nächsten hütte weiter. simone und ich haben in unserem führer gelesen und beschlossen, ja ja, geht schon. wir hatten die auswirkungen nicht so wirklich klar, sonst hätten wir das nicht gemacht. weil sechs stunden weiterlaufen (in der glühenden hitze) mit nur 1,5 l wasser im gepäck war mehr als stumpfsinnig. unterwegs gabs ja auch keine quellen mehr. und dass wir die beiden schwersten etappen zusammen legen würden, hab ich auch erst später gerafft. na ja. dann gings eben weiter über stock und stein. und kette und altschneefelder. wir hatten auch nix mehr zu essen, weil wir in haut asco billig einkaufen wollten. aber das hatten wir ja ausgelassen, weil wir nicht runter sind. und so kam es, dass in unserer mittagspause jedes familienmitglied sein geiles deutsches körnerbrot auspackte, dieses mit leckerem aufstrich versah und einen müslieriegel zum nachtisch verspeiste während wir mit unserer packung trockenaprikosen und einem müsliriegel dumm aus der wäsche guckten. (abends meinte dann der vater: "ja wie, ihr hattet nur trockenobst?" da hätte ich am liebsten sein brot genommen und es auf seinem kopf zerdeppert!) kotz!! also, ich machs mal kürzer. der tag ging so aus: um sechs uhr morgens aufgebrochen, um sechs uhr abends angekommen, ergo 12 h unterwegs wovon nur 2 h pause waren, 1600 höhenmeter hoch, 1400 höhenmeter runter. wasser haben wir noch aus nem dreckloch gezapft, welches wir tablettenaufbereitet haben. hätten wir das wasser nicht noch gehabt, wir wären verdurstet und ihr hättet auf diesen spannenden reisebericht verzichten müssen! abends dann endlich in der refuge angekommen, konnten wir nicht einmal mehr piep sagen. wir haben uns das erste mal bewirten lassen. und waren so glücklich. aber so glücklich!! und .... stellt euch vor, simone hat fleisch gegegessen. seit 15 jahren. ich glaube, das sagt einiges darüber aus, was wir an dem tag mitgemacht haben!!
), mit denen wir noch bis vizzavona weitergelaufen sind. dann sind wir nach bastia und haben noch ne woche gecampt. schön wars. anstrengend und schön. und das wandern ist wieder so weit weg. krass. die ganze entbehrung auch. aber nach wie vor habe ich das gefühl, so viel kompensieren zu müssen. z.b. haben wir ganz viel kleidung eingekauft bzw. waren drei mal am tag im supermarché. solche sachen machen meine ich mit kompensieren.
simone und ich sind finisher. wie ihr. juhuu. und wir sind so großartig gewesen, dass wir die spasimata schlucht und den cirque de la solitude an einem tag erledigt haben. das lief sich alles von ganz alleine............ ne, kleines scherzchen. also lass mich mal vorne anfangen. nach unserer trennung
von conca sind wir dann mit dem privat shuttle der gite nach porto-vecchio (mit den dänischen holländern und den quenchas), wo ich erst mal meine schuhe habe flicken lassen. erst wollte der schustermensch sie nicht flicken, weil er es nicht fachgerecht hätte machen können, auf mein eindringliches bitten hat er aber doch was zurecht gemurkst. ich glaube, was er mir sagen wollte war, dass man den schuh nu wegschmeißen kann und er nicht mehr zu reparieren geht. scheiße auch, aber mein gott, was war die alternative? (gestern habe ich einen bösen brief zwecks reklamation an reichle geschrieben, mal sehen, was draus wird. die sohle ist derzeit mehr als fertig. da gehen überall gummiestücke ab. und das nach dreieinhalb jahren... voll die frechheit! aber zurück zur reiseroute:). dann war eben in porto veccio campen angesagt. wir hatten eingekauft wie die großen und wollten frisches gemüse und eier und etc essen. leider bedachten wir nicht, dass es auf dem camping keine kocher wie in den refuges gab. aber gut, glücklicherweise stießen wir auf die holländischen dänen, die uns ihren kocher liehen und so war das alles kein problem. mit den beiden sind wir auch am nächsten tag mit ihrem mietwagen nach ajaccio und von da mit dem feurigen elias nach calenzana gefahren. leider haben wir den ausstieg verpasst, so dass wir eine station später aus dem fahrenden zug springen mussten, bei simone war er schon so schnell, dass sie noch ordentlich auf die bretzel gefallen ist. glücklicherweise ist ihr nichts passiert. dann gings zu fuß zurück in richtung lumio bzw. per anhalter zum refuge von calenzana. war alles ein bisschen aktig, aber wir habens mit korsischer hilfe gebacken bekommen. ja. und dann fing der norden an. von calenzana über bonifatu nach carozzu, wo wir unsere erste nacht verbracht haben (wie ihr merkt, haben wir auch zwei etappen an einem tag gemacht. und das sollte nicht die letzte dopplung sein....!). hier trafen wir auf eine deutsche familie mit ihrem 18 jährigem sohn andreas, der konditionell gelangweilt war. diese famile ist deshalb erwähnenswert, weil sie uns den untergang bescherte. simone und ich also am nächsten tag wieder früh und diszipliniert losgedackelt, konditionell ging alles prima. bzw. nee, stimmt nicht. die spasimata schlucht war für mich furchtbar. mein schweinehund war riesig, die schlucht wollte nicht enden. ich hab gejammert. aber wir waren schnell. schon zum zweiten mal schneller als der reiseführer. und wir haben alle überholt. voll cool. (guter trick, im süden anzufangen und dann im norden die großen zu markieren!!!
so. dann haben wir nicht mehr gerockt und alles nach plan belaufen. schön wars. haben dann noch zwei jungs aus karlsruhe an der bushaltestelle getroffen (nach nem aufstieg haben wir auf den bus gewartet, aber wie zu erwarten kam er nicht und wir mussten weiterlaufen
sodele. das wars von mir. ich kümmere mich jetzt um meinen umzug und mein leben. simone ist brav am lohnarbeiten. viele grüße und ich freu mich auf die fotos.
kristina
Na super! Würde Euch jetzt gerne auf die Schulter klopfen...
Schöner langer Reisebericht - da erinnere ich mich doch gleich wieder daran, wieso unsere Pausen sich immer so ausdehnten
. Die Bilder sind leider immer noch auf einer externe Festplatte, teilweise noch ungesehen (es sind über 700) aber versprochen, früher oder später kommen sie... Über die Alphine Variante an Haut Asco vorbei hatten wir auch nachgedacht - sie aber dann doch irgendwie rechts liegen gelassen weil wir Bock auf 'nen kühles Bier und die Einkaufsmöglichkeiten in Haut Asco hatten - war wohl eine gute Entscheidung. Simones Verzweifl... äh Einsicht kann ich sehr gut nachvollziehen: als wir an einem Tag von Petra Piana an l'Onda vorbei nach Vizzavona (>1000m hoch, >2000m runter) gelaufen sind bei wolkenlosem Himmel und viel viel Sonne hat uns das Hotel auch förmlich angebrüllt reinzukommen und nach einer Dusche und einem Filet de Boeuf auf doppelten Matratzen zu nächtigen.
Die zwei Wochen seit wir zurück sind sind leider schon wieder eine gefühlte Ewigkeit. Ich hätte nicht wenig Lust gleich morgen wieder los zu wandern. Muss natürlich noch ein geeignetes Ziel finden, und Zeit...
Kristina, Ich wünsche Dir alles Gute beim Arbeit finden und Umziehen! Und viele Grüße an Simone - die Halbvegetarierin!
(Und die Bilder kommen natürlich auch noch irgendwann.)
huhuu tobias,
ich merke schon, dein leben hat dich wieder, deine erinnerung an den urlaub vergessen. vielleicht findest du ja zeit, bald mal wíeder in selbigen zu schwelgen.
simone und ich würden uns freuen, wenn dabei fotos rausspringen würden!.
tschüsseli und gute n8
kanonymous
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